Schon seit über 20 Jahren „im Netz“

Eine kleine Hommage an die fleißigen Helfer der Tennisabteilung des TVB

Es ist noch keine 10:00 Uhr an diesem Samstag vor der Saisoneröffnung 2015, da halten Dieter Sprinkmeier und Karl-Heinz Turnau schon die Netze in der Hand. Während weitere 13 Helfer noch auf die Einteilung durch Gerätewart Uwe Zwingmann und Abteilungsleiter Klaus Rosenau warten, sind sie bereits mit Knarre und Kombizange an den Netzpfosten zugange.

Sie benötigen keine Anweisung. Auf die Frage, seit wie viel Jahren sie bereits für die Netze zuständig seien, wissen sie zuerst gar nicht zu antworten. Karl-Heinz Turnau erinnert sich dann aber doch: „20 Jahre sind das bestimmt, da war ich noch einer der Jungen im Verein.“ „Nicht die 17er, sondern die 19er-Nuss musst du nehmen“, mischt sich Dieter Sprinkmeier ein – und schon sind sie wieder bei ihrer Arbeit und wollen nicht gestört werden.

 

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Und worum kümmern sich die anderen? Wer denkt, wenn er zu einem Tennismatch auf die Anlage kommt und eine gepflegte, bespielbare Anlage vorfindet, schon immer daran, wie viel kleine und große Vorarbeiten dafür zu leisten waren?


Fangen wir mit dem Wasser an: Da ist an den „Zulauf“ und den „Ablauf“ zu denken. Spezialisten für den Zulauf sind Helmut Joskowiak, Matthias Hoppe und Hans Peelen. Da werden von weiteren Helfern die Schläuche angeliefert, sie müssen jetzt sehen, dass sie die Anschlüsse dicht kriegen, den Druck prüfen und schon mal eine Testspritzung durchführen. Eine naturgemäß für die Beteiligten nicht immer ganz trockene Angelegenheit, manchmal so gewollt, manchmal aber auch nicht. Der Ruf über den Platz hinweg: „Wasser stopp! Nun mach schon!“, klingt dann schon mal etwas energisch. Tja, wer nimmt schon gerne unfreiwillig eine Dusche auf dem Tennisplatz.

Für den Ablauf – sollte man meinen – sind keine Spezialisten nötig, das ist eher Kärrner-Arbeit. Burkhard Kobbert, Mani Berg, Klaus Rosenau und Christoph Grefer gehen auch so ans Werk: Die Rinnenabdeckungen raus, sich merken, wie sie lagen (sollen ja später auch wieder passen), einen evtl. in den Rinnen verlegten Schlauch rausheben („Vorsicht dabei! Nicht, dass die Anschlüsse undicht werden“, meldet sich direkt Zulaufspezialist Helmut Joskowiak) und dann eben Kärrner-Arbeit: schaufeln und Dreck wegfahren. Man wundert sich, wie viel sich doch in so kleinen Rillen ansammeln kann. Dann ist aber doch wieder Spezialistenarbeit nötig. Die kommt von Peter Bausch beim Wiedereinsetzen der Rinnenabdeckungen: 1. abfegen, 2. Fremdkörper aus den Rillen entfernen, 3. die Einsatzfugen in den Rillen reinigen, 4. passgenaues Einsetzen. Ja, so ist’s richtig und nur so kann vermieden werden, dass die Rillen wegen Unpässlichkeiten nochmal neu verlegt werden müssen. (Der Nochnichtsoganz-Spezialist Klaus Rosenau kann ein Lied davon singen. Das Bild zeigt jedoch Burkhard Kobbert, der seine Rillenaufgabe exzellent löst, wie man sieht.)

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Eher filigrane Arbeit wird von den Maschendrahtzaun-Spezialisten erwartet. Maschen aufnehmen, verhakeln, verdröseln (erinnert irgendwie an häkeln). Dieser Aufgabe nehmen sich Uwe Zwingmann, Pit Knappe und Hans-Peter Gietmann an. Ob sie dabei das Maschendrahtzaun-Lied von Stefan Raab geträllert haben, ist nicht überliefert, wäre ihnen aber zuzutrauen. Allemal rollt jetzt kein Ball mehr durch die Maschen in die angrenzende Prärie der Plätze 4 und 5.

 

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Die ist aber jetzt eigentlich gar keine mehr, dank der hier wieder geleisteten Kärrner-Arbeit von Hartmut Eimers, Michael Cholch und Burkhard Kobbe. Von Unkraut befreit, geglättet und geplättet und mit zahlreichen Schubkarren von Unrat und Unnötigem befreit, erstrahlt auch dieser Bereich in neuem Glanze und könnte sogar wieder fast als Übungsplatz aktiviert werden für diejenigen, die mal kräftig den Tennisball vor die Wand schlagen wollen.
Apropos Schubkarren, von denen hier so oft die Rede ist. Diese Reihe bester gummibereifter, leichtgängiger und in frischem Glanz erstrahlenden Karren verdanken wir Michael Cholch. Nachdem er sich offensichtlich mit den platten, verrosteten Altkarren im vergangenen Jahr so rumgeärgert hat, sah er sich wohl zu dieser Spende „gezwungen“. Nochmals Danke dafür.

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So konnte dann auch erfolgreich geschleppt und gekarrt werden, bis der letzte Schiedsrichtersitz (wer hat da eigentlich schon mal drauf gesessen?) und die letzte Bank an ihrem Platz stand. Burkhard Kobbert und Hartmut Eimers haben dabei eine besondere Bankabfuhrtechnik entwickelt, die die Schräglage der Bank (was ja sonst häufig vorkommt) verhindert. Man achte auf die bedeutsame Stabilisierungsfunktion des Zeigefingers.

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Nach getaner Arbeit durfte dann auch zum Schluss mit einem kleinen Umtrunk und einem zufriedenen Blick auf die für die Saison hergerichtete Anlage der Arbeitseinsatz beendet werden.

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Zuvor hat sich jedoch noch eine kleine Anekdote zugetragen, die zeigt, dass sich die Jüngeren doch schon Sorgen um die Zukunft machen. Christoph Grefer (heute leider nur der einzige Vertreter dieser Generation) beobachtete unsere Netzspezialisten Dieter Sprinkmeier und Karl-Heinz Turnau bei ihrer Arbeit und fragte sich: „Wissen eigentlich nur die beiden, wie das geht? Da müssten doch auch mal die Jüngeren eingewiesen werden.“ „Tja, wie wahr“, dachte sich Klaus Rosenau und sprach die beiden Spezialisten darauf an in Erwartung, dass große Freude von ihnen über das Interesse an ihrer Arbeit herrschen würde. Aber eher entgeisterter Blick von Karl-Heinz Turnau und spontane Antwort von Dieter Sprinkmeier: „Wie? Rechnet ihr schon mit unserem baldigen Ableben?“ Nein. Gewiss nicht. Wir freuen uns, dass wir so viele langjährige und zuverlässige Helfer haben, auf die der Verein bauen kann – und auf die wir auch mit Recht stolz sein können. Aber nichtsdestotrotz: Dieses Team nimmt gerne auch die Jüngeren auf!
In diesem Sinne eine gute Saison 2015.

Die Tennisanlage ist bereit.